Gänsehaut in Thüringen: die Sidecar Trophy begeistert 15.000 Zuschauer in Schleiz

Mit einem bis auf den letzten Startplatz gefüllten Fahrerfeld gastierte die Internationale Sidecar Trophy beim 91. Schleizer Dreieckrennen. Insgesamt 26 Teams hatten ihre Nennung abgegeben und sorgten an einem traditionsreichen Motorsport-Wochenende für packenden Gespannsport auf höchstem Niveau.

Das Wochenende hatte dabei wettertechnisch alles zu bieten. Während der Freitag von teils kräftigem Regen geprägt war und das freie Training eher einer Schwimmstunde ähnelte, präsentierte sich der Samstag deutlich freundlicher. Am Rennsonntag blieb es trotz dichter Bewölkung und kräftiger Windböen trocken. Bei lediglich 13 Grad Celsius herrschten zwar keine sommerlichen Bedingungen, dennoch fanden die Zuschauer spannenden Motorsport auf hohem Niveau.

Vor dem ersten Rennen mussten einige Teams bereits Rückschläge hinnehmen. Technische Probleme verhinderten bei einzelnen Gespannen den Start. Das Team Kindermann entschied sich mit seinem neuen Fahrzeug zudem für einen Start aus der Boxengasse, um weitere wichtige Erfahrungen mit dem neuen Gespann zu sammeln. Somit nahmen schließlich 24 Teams das erste Rennen in Angriff.

Bereits unmittelbar nach dem Start kam es zu einer brenzligen Situation. Das Gespann von Robert Kochlöfl und Tomas Maixner blieb aufgrund technischer Probleme auf der Startgeraden stehen und musste umgehend aus dem Gefahrenbereich geschoben werden. Dank des schnellen Eingreifens der Streckenposten konnte die Situation ohne Rennunterbrechung gelöst werden.

An der Spitze setzte sich Lokalmatador Markus Schlosser gemeinsam mit Lukas Krieg früh an die Spitze des Feldes. Der Schweizer, der als Clubfahrer des MSC Schleizer Dreieck eng mit der Veranstaltung verbunden ist, nutzte das Heimrennen vor zahlreichen Fans auch als wichtige Standortbestimmung. Schlosser kontrollierte das Rennen von Beginn an und ließ der Konkurrenz kaum Möglichkeiten zum Angriff.

Hinter dem Führenden entwickelte sich jedoch ein packender Kampf um die weiteren Podestplätze. Enrico Wirth und Ronja Billich, Mike Roscher und Anna Burkard sowie Max Zimmermann und Manuel Hirschi lieferten sich über die gesamte Distanz spannende Positionskämpfe. Immer wieder wechselten die Abstände, ehe sich Wirth und Billich im Verlauf des Rennens entscheidend absetzen konnten.

Auch im Mittelfeld wurde den Zuschauern bester Motorsport geboten. Zahlreiche Duelle sorgten bis zur Zielflagge für Spannung. Besonders sehenswert war der Kampf zwischen Markus Volland und Lena Gubernath sowie Maximilian Bell und Julia Preisinger. Erst in der Schlussphase fand dieses Duell ein unglückliches Ende, als Preisinger bei einem Überholmanöver eines zu überrundendem Team aus dem Gespann geriet. Glücklicherweise blieb der Vorfall ohne schwerwiegende Folgen, bedeutete jedoch das vorzeitige Ende des Rennens für die Beiden.

Im Ziel durfte sich schließlich Markus Schlosser gemeinsam mit Lukas Krieg über den Gesamtsieg freuen. Vor heimischem Publikum zeigte das Team eine souveräne Vorstellung und kontrollierte das Rennen von der Spitze aus.

Den zweiten Gesamtrang sicherten sich Enrico Wirth und Ronja Billich. Das Duo setzte sich in den spannenden Positionskämpfen der Spitzengruppe durch und sammelte damit gleichzeitig die maximale Punkteausbeute in der Sidecar Trophy 600. Komplettiert wurde das Gesamtpodium durch Mike Roscher und Anna Burkard. Nach einem intensiven Rennen und zahlreichen Positionswechseln durfte sich das deutsch-schweizerische Duo über Rang drei gesamt sowie den Sieg in der Sidecar Trophy 1000 freuen.

In der Wertung der Sidecar Trophy 600 belegten hinter Wirth/Billich Max Zimmermann und Manuel Hirschi den zweiten Rang. Das Podium komplettierten Wiggert Kranenburg und Ferry Segers vom Team Flying Dutchmen, die in neuer Fahrerpaarung ein starkes Wochenende zeigten.

Bei den 1000ern gingen die weiteren Podestplätze an Peter Schröder und Carolin Zimmermann sowie Roman und Ondrej Sedlacek. Besonders für das Vater-Sohn-Gespann Sedlacek war der Podestplatz ein schöner Erfolg auf dem traditionsreichen Thüringer Kurs.

Auch abseits der Podestplätze gab es viele zufriedene Gesichter. Zahlreiche Teams lieferten sich über die gesamte Renndistanz enge Duelle und sammelten wichtige Meisterschaftspunkte. Damit war die Bühne für ein spannendes zweites Rennen am Nachmittag bereitet.

Schlosser bleibt auch im zweiten Rennen ungeschlagen

Auch zum zweiten Rennen am Sonntagnachmittag präsentierte sich das Wetter alles andere als sommerlich. Bei kühlen Temperaturen, kräftigem Wind und zeitweise bedrohlich wirkenden Wolken blieb es jedoch erneut trocken. Über die Distanz von 15 Minuten plus einer Runde wartete damit ein weiteres spannendes Rennen auf die Zuschauer.

Kurz vor dem Start sorgte das Fehlen der Startnummer 73 für Verwunderung. Die Meisterschaftsführenden der Sidecar Trophy 600, Enrico Wirth und Ronja Billich, konnten ihr Gespann nicht rechtzeitig zum Laufen bringen und mussten das Rennen bereits vor dem Start aufgeben. Als die Ampel erlosch, zeigte Markus Schlosser gemeinsam mit Lukas Krieg erneut seine Klasse. Wie bereits im ersten Rennen setzte sich das Duo früh an die Spitze und kontrollierte das Geschehen von dort aus souverän.

Für Aufsehen sorgte dagegen das Team Peter Schröder und Carolin Zimmermann. Nach einem missglückten Start fanden sie sich zunächst am Ende des Feldes wieder. Wie Peter Schröder später erklärte, hatte ein kleiner Fehler beim Einrollen in die Startaufstellung dazu geführt, dass das Gespann beim Start nicht wie geplant vom Fleck kam. Doch das Team ließ sich davon nicht beeindrucken und begann eine beeindruckende Aufholjagd. Runde um Runde arbeiteten sie sich durch das Feld und machten zahlreiche Positionen gut.

Während Schlosser und Krieg an der Spitze unbeirrt ihre Runden drehten, behaupteten Mike Roscher und Anna Burkard den zweiten Gesamtrang. Trotz technischer Herausforderungen hielt ihr Gespann bis ins Ziel durch und sicherte dem deutsch-schweizerischen Duo erneut den Sieg in der Wertung der Sidecar Trophy 1000.

Im Mittelfeld bekamen die Zuschauer einmal mehr packenden Gespannsport geboten. Besonders Benjamin Herpel und sein an diesem Wochenende eingesprungener Beifahrer Valentin Marklin zeigten eine starke Vorstellung. Nach einem verpatzten Start arbeitete sich das Team kontinuierlich nach vorne und schloss die Lücke zur Spitzengruppe des Mittelfelds. Mit zunehmender Renndauer wurden die beiden immer schneller und konnten sich schließlich entscheidend von ihren direkten Konkurrenten absetzen.

Auch zwischen Markus Volland und Ezra Brouwer entwickelten sich sehenswerte Positionskämpfe. Auch dahinter gab es spannende Duelle, die das Publikum bis zur Zielflagge unterhielten. An der Spitze änderte sich dagegen nichts mehr. Markus Schlosser und Lukas Krieg fuhren mit der schnellsten Rennrunde von 1:34,378 Minuten ungefährdet zum zweiten Gesamtsieg des Wochenendes. Da Schlosser als Gaststarter nicht punktberechtigt war, gingen die maximalen Meisterschaftspunkte jedoch an die nachfolgenden Teams der Sidecar Trophy.

In der Sidecar Trophy 1000 sicherten sich Mike Roscher und Anna Burkard erneut den Klassensieg. Peter Schröder und Carolin Zimmermann wurden nach ihrer starken Aufholjagd Zweite, während Roman und Ondrej Sedlacek erneut den dritten Rang belegten.

Besonders spannend verlief die Entscheidung in der Sidecar Trophy 600. Hier sicherten sich Max Zimmermann und Manuel Hirschi den Klassensieg vor Wiggert Kranenburg und Ferry Segers. Benjamin Herpel und Valentin Marklin komplettierten nach einer starken Vorstellung das Podium und verwiesen Jakob Rutz und Markus Billich auf den vierten Rang der Klassenwertung.

Pünktlich zum Rennende zeigte sich schließlich sogar die Sonne über dem Schleizer Dreieck. Bei der Siegerehrung durfte traditionell mit Sekt gefeiert werden, während zahlreiche Fans die Teams noch einmal lautstark bejubelten. Doch die Ergebnisse sind nur ein Teil dessen, was das Schleizer Dreieck für die Internationale Sidecar Trophy so besonders macht.

Trotz des Fehlens der IDM bewies das 91. Schleizer Dreieckrennen eindrucksvoll, welche Strahlkraft die traditionsreiche Veranstaltung noch immer besitzt. Rund 15.000 Zuschauer fanden nach Angaben des Veranstalters den Weg an die Strecke und ins Fahrerlager. Viele von ihnen begleiten den Motorsport in Schleiz bereits seit Jahren oder sogar Jahrzehnten.

Besonders die Seitenwagen genießen auf dem Schleizer Dreieck eine außergewöhnliche Wertschätzung. Entlang der gesamten Strecke stehen Fans, Helfer und Streckenposten, die den Gespannsport mit großer Begeisterung verfolgen. Ob am Buchhübel, in der Seng oder entlang der Start-und-Ziel-Geraden – überall wird mitgefiebert, angefeuert und applaudiert.

Ein ganz besonderer Moment ist dabei traditionell die Auslaufrunde nach den Rennen. Während die Teams noch einmal die Strecke umrunden, säumen zahlreiche Zuschauer die Leitplanken, schwenken Fahnen und feiern die Fahrer und Beifahrer unabhängig von ihrer Platzierung. Diese Nähe zwischen Fans und Teams ist heute nur noch selten zu finden und macht den besonderen Charakter der Veranstaltung aus.

Genau diese Atmosphäre, die Begeisterung der Zuschauer und die Leidenschaft der vielen ehrenamtlichen Helfer machen das Schleizer Dreieck Jahr für Jahr zu einem Höhepunkt im Kalender der Internationalen Sidecar Trophy.

Deshalb steht für viele Teams bereits jetzt fest: Wir kommen gerne wieder nach Schleiz.

Nach dem erfolgreichen Gastspiel in Thüringen richtet sich der Blick nun bereits auf die nächste Station der Saison: Most.

Goosebumps in Thuringia: Sidecar Trophy thrills at the 91st Schleizer Dreieck Race

The International Sidecar Trophy arrived at the 91st Schleizer Dreieck Race with a completely full grid. A total of 26 teams entered the event, delivering exciting sidecar racing throughout a memorable weekend at one of Germany’s most traditional road racing venues.

The weather provided a little bit of everything. Friday was dominated by heavy rain, turning free practice into what many jokingly described as a swimming lesson. Conditions improved considerably on Saturday, while race day on Sunday remained dry despite low temperatures, strong winds and overcast skies. At just 13 degrees Celsius, it was far from summer weather, but the spectators were treated to first-class sidecar racing.

Before Race 1 even began, several teams suffered setbacks. Technical issues prevented some outfits from taking the start, while Team Kindermann elected to start from pit lane with their new machine in order to gain further experience. In the end, 24 sidecars lined up for the opening race. Immediately after the start, drama unfolded when the outfit of Robert Kochlöfl and Tomas Maixner came to a halt on the start-finish straight due to technical problems. Thanks to the quick response of the marshals, the machine was safely removed without requiring a race stoppage.

At the front, local favourite Markus Schlosser and passenger Lukas Krieg quickly established themselves as race leaders. Closely connected to the event through the MSC Schleizer Dreieck, Schlosser used the race as an important benchmark in front of a large crowd and controlled the race from start to finish. Behind the leaders, the battle for the remaining podium positions provided plenty of excitement. Enrico Wirth and Ronja Billich, Mike Roscher and Anna Burkard, and Max Zimmermann with Manuel Hirschi fought intensely throughout the race. While the positions remained closely contested for much of the distance, Wirth and Billich eventually managed to break away and secure second place overall.

The midfield delivered equally entertaining racing. Numerous battles continued right to the chequered flag, including an exciting duel involving Markus Volland and Lena Gubernath as well as Maximilian Bell and Julia Preisinger. Unfortunately, the contest came to an early end when Preisinger was thrown from the sidecar while navigating traffic. Fortunately, she escaped serious injury, although the incident ended the team’s race.

At the finish, Markus Schlosser and Lukas Krieg celebrated overall victory after a commanding performance. Second overall went to Enrico Wirth and Ronja Billich, who also claimed maximum points in the Sidecar Trophy 600 category. Mike Roscher and Anna Burkard completed the overall podium in third place while taking victory in the Sidecar Trophy 1000 class.

In the Sidecar Trophy 600 standings, Max Zimmermann and Manuel Hirschi finished second behind Wirth and Billich. Wiggert Kranenburg and Ferry Segers completed the podium after an impressive weekend in their new rider combination. Among the 1000cc outfits, Peter Schröder and Carolin Zimmermann secured second place, while Roman and Ondrej Sedlacek rounded out the podium. With Race 1 completed, the stage was set for another exciting contest later in the afternoon.

Schlosser remains unbeaten in Race 2

Conditions for the second race remained challenging. Temperatures stayed low, strong winds continued to sweep across the circuit and dark clouds threatened rain, but once again the track remained dry. Shortly before the start, the absence of bike number 73 caused some confusion. Championship leaders Enrico Wirth and Ronja Billich were unable to start after suffering technical issues that prevented their machine from firing up.

When the lights went out, Markus Schlosser and Lukas Krieg once again made the perfect getaway and quickly established control at the front. One of the stories of the race came from Peter Schröder and Carolin Zimmermann. A starting issue left them at the very back of the field, but they responded with an impressive recovery drive. Lap after lap they worked their way through the pack, gaining position after position. Meanwhile, Mike Roscher and Anna Burkard held a strong second place overall. Despite technical concerns throughout the race, their machine held together and allowed them to secure another victory in the Sidecar Trophy 1000 category.

Further back, Benjamin Herpel and substitute passenger Valentin Marklin delivered one of the standout performances of the race. After a poor start, the pair steadily worked their way forward, closing the gap to the leading midfield group before eventually pulling clear of their direct rivals. There were also entertaining battles between Markus Volland and Ezra Brouwer, while several other teams continued to exchange positions throughout the race, keeping the spectators engaged until the final lap.

At the front, however, there was no stopping Schlosser and Krieg. Setting the fastest lap of the race at 1:34.378, they cruised to a second overall victory of the weekend. As guest entrants, however, they were not eligible for championship points, allowing the Sidecar Trophy contenders to collect maximum points behind them.

In the Sidecar Trophy 1000 class, Mike Roscher and Anna Burkard once again took victory ahead of Peter Schröder and Carolin Zimmermann, while Roman and Ondrej Sedlacek completed the podium. The Sidecar Trophy 600 battle proved equally exciting. Max Zimmermann and Manuel Hirschi claimed class victory ahead of Wiggert Kranenburg and Ferry Segers. Benjamin Herpel and Valentin Marklin completed the podium after an impressive charge through the field.

As the chequered flag fell, the sun finally broke through the clouds above Schleiz. The traditional podium celebrations followed, complete with sparkling wine and enthusiastic applause from the fans. But results are only one part of what makes the Schleizer Dreieck so special for the International Sidecar Trophy.

Despite the absence of IDM competition, the 91st Schleizer Dreieck Race once again demonstrated its unique appeal. According to the organisers, around 15,000 spectators attended the event over the three-day weekend. Many of them have been returning to Schleiz for years, some even for decades.

Sidecar racing enjoys a particularly special place in the hearts of the Schleiz fans. Around the entire circuit, spectators, marshals and volunteers passionately support the teams. Whether at Buchhübel, Seng or along the start-finish straight, the enthusiasm for sidecar racing is unmistakable.

One of the most emotional moments remains the traditional cool-down lap after the races. Fans line the barriers, wave flags and celebrate every rider and passenger regardless of finishing position. This unique connection between competitors and spectators is becoming increasingly rare in modern motorsport and is one of the reasons why Schleiz remains such a special event.

It is this atmosphere, the passion of the fans and the dedication of the volunteers that make the Schleizer Dreieck a true highlight on the International Sidecar Trophy calendar year after year. For many teams, one thing is already certain: we will gladly return to Schleiz. Following a successful weekend in Thuringia, attention now turns to the next round of the season in Most.

Text und Foto: Doreen Müller-Uhlig

Drei Siege in drei Rennen – und ein Denkanstoß zum Thema Sicherheit

Mit dem Hauptrennen endete am Sonntag das Rennwochenende der Internationalen Sidecar Trophy auf dem Grobnik Circuit in Rijeka. Bei hochsommerlichen Temperaturen warteten noch einmal 20 Minuten plus eine Runde auf die Teams. Nach zwei spannenden Sprintrennen am Samstag sollte auch das Hauptrennen nicht enttäuschen – und bot neben packendem Motorsport am Ende auch Anlass, über das Thema Sicherheit nachzudenken.

Bereits das morgendliche Warm-up fand bei besten Bedingungen statt. Nicht alle Teams nutzten die Gelegenheit für letzte Abstimmungsarbeiten, doch die Temperaturen ließen bereits erahnen, dass Fahrer, Beifahrer und Material noch einmal ordentlich gefordert werden würden.

Alle Teams gingen schließlich an den Start. Lediglich Mike Roscher und Anna Burkhard entschieden sich nach technischen Arbeiten an ihrem Gespann für einen Start aus der Boxengasse. Auch Ezra Brouwer und Palmira ter Steeg waren wieder mit dabei. Die Niederländer hatten ihre Motorprobleme vom Vortag erfolgreich beheben können und nach einem problemlosen Warm-up grünes Licht für das Rennen erhalten.

Beim Start hatten zunächst Benjamin Herpel und Luca Siemß kurz die Nase vorn. Doch Enrico Wirth und Ronja Billich übernahmen bereits in der Anfangsphase die Führung und begannen schon in den ersten Runden, sich vom Feld abzusetzen. Dahinter reihten sich Herpel/Siemß auf Rang zwei ein, gefolgt von Franz Kapeller und Markus Billich.

Während Wirth/Billich an der Spitze bereits nach der ersten Runde mehr als vier Sekunden Vorsprung herausgefahren hatten, entwickelte sich dahinter der eigentliche Kampf des Rennens. Herpel/Siemß, Kapeller/Billich, Ezra Brouwer/Palmira ter Steeg, Peter Schröder/Michael Prudlik sowie Markus Volland/Lena Gubernath bildeten über weite Strecken die spannende Verfolgergruppe.

Teilweise kamen mehrere Gespanne nahezu nebeneinander auf die Start-Ziel-Gerade und kämpften um die beste Position für die erste Kurve. Die Zuschauer bekamen dabei genau das zu sehen, was den Seitenwagensport auszeichnet: harte, aber faire Zweikämpfe, spektakuläre Manöver und ständig wechselnde Abstände.

Währenddessen arbeitete sich Mike Roscher nach seinem Boxengassenstart beeindruckend durch das Feld. Runde für Runde machte das BMW-Gespann Positionen gut und rückte immer näher an die Spitzengruppe heran.

Für das erste vorzeitige Ende sorgten Maximilian Bell und Julia Preisinger. Ein Defekt am Kupplungszug bedeutete das Aus für das Team, das bis dahin mitten in der stark umkämpften Verfolgergruppe gelegen hatte.

An der Spitze blieb das Bild unverändert. Enrico Wirth und Ronja Billich spulten ihre Runden mit beeindruckender Konstanz ab. Runde für Runde bewegten sich ihre Zeiten im Bereich von 1:36 Minuten. Die Konkurrenz konnte das Tempo zwar mitgehen, den Rückstand jedoch nicht entscheidend verkürzen.

Dahinter gelang es Mike Roscher und Anna Burkhard schließlich, sich bis auf Rang zwei vorzuarbeiten. Der Kampf um die weiteren Podiumsplätze blieb dagegen bis weit in die zweite Rennhälfte offen. Benjamin Herpel und Luca Siemß konnten sich zwischenzeitlich etwas Luft verschaffen, doch Franz Kapeller und Markus Billich ließen nicht locker. Immer wieder arbeiteten sie sich Stück für Stück wieder heran und setzten das vor ihnen liegende Gespann unter Druck. So blieb der Kampf um die Podestplätze bis in die Schlussphase des Rennens spannend.

Mit zunehmender Renndauer kamen die ersten Überrundungen hinzu. Doch auch diese Situationen wurden von allen Beteiligten routiniert und fair gelöst. Jeder blieb auf seiner Linie, die schnelleren Teams fanden ihren Weg vorbei – genau so, wie man es im Seitenwagensport kennt.

Bereits auf der letzten Runde schien das Rennen entschieden, als es in der ersten Kurve noch einmal zu einem Schreckmoment kam. Das Gespann von Benjamin Herpel und Luca Siemß drehte sich ein und überschlug sich. Das Fahrzeug blieb auf dem Dach liegen.

Glücklicherweise kamen Fahrer und Beifahrer mit leichten Blessuren davon. Da das Feld bereits nahezu vollständig durch war und die Sieger feststanden, wurde das Rennen nicht mehr unterbrochen.

Besonders bemerkenswert war die Reaktion der Teams. Das Siegergespann Enrico Wirth und Ronja Billich hielt unmittelbar nach dem Zieleinlauf an der Unfallstelle an. Gemeinsam mit weiteren Helfern wurde zunächst Benjamin Herpel aus seiner Lage befreit und anschließend das Gespann wieder aufgerichtet.

Der Vorfall zeigte einmal mehr den außergewöhnlichen Zusammenhalt innerhalb der Sidecar Trophy. Gleichzeitig machte die Situation aber auch deutlich, wie wichtig ausreichend geschultes Personal entlang der Strecke ist. Moderne Überwachungssysteme und Light Panels können viele Aufgaben unterstützen, sie ersetzen jedoch nicht die Menschen vor Ort, wenn nach einem Unfall schnelle Hilfe erforderlich ist.

Gerade im Seitenwagensport gelten besondere Anforderungen bei der Bergung von Fahrer, Beifahrer und Fahrzeug. Die sichere Rettung eines unter einem Gespann liegenden Beifahrers erfordert Erfahrung und spezielle Kenntnisse. Der Vorfall in Rijeka ging glimpflich aus, unterstrich aber einmal mehr die Bedeutung gut ausgebildeter Streckenposten und einer ausreichenden personellen Besetzung an den Strecken.

Sportlich änderte der Zwischenfall nichts mehr am Ausgang des Rennens. Enrico Wirth und Ronja Billich machten mit ihrem dritten Sieg im dritten Rennen das perfekte Wochenende komplett.

In der Trophy-600-Wertung belegten Franz Kapeller und Markus Billich Rang zwei vor Markus Volland und Lena Gubernath auf Platz drei.

Bei den 1000ern setzte sich erneut Mike Roscher gemeinsam mit Anna Burkhard durch. Platz zwei ging an Peter Schröder und Michael Prudlik, während Roman Sedlacek und Katerina Rozenkova erneut den dritten Rang belegten.

Zusätzlich wurden die Sieger der F2-Challenge geehrt. Hier werden die Ergebnisse aller Rennen des Wochenendes zusammengezählt. Die Gesamtwertung ging an Jürgen Damaschke und Trophy-Neuling Manuel Huppert. Für Huppert war es das erste Rennwochenende in der Internationalen Sidecar Trophy – und direkt der erste Pokal seiner noch jungen Trophy-Karriere.

Mit dem Rennen in Rijeka endet für die Internationale Sidecar Trophy zugleich ein Kapitel. Da die IGFC im kommenden Jahr kein Adria Race mehr in Kroatien ausrichten wird, war es der letzte Trophy-Auftritt auf dem Grobnik Circuit im Rahmen dieser Veranstaltung.

Die Serie bedankt sich bei der IGFC für die langjährige Zusammenarbeit und die stets herzliche Gastfreundschaft in Kroatien.

Für die Teams geht es nun ohne lange Pause weiter. Bereits in wenigen Wochen wartet mit dem traditionsreichen Schleizer Dreieck die nächste Herausforderung der Saison.

Three Wins from Three Races – and a Reminder About Safety

The feature race on Sunday brought the International Sidecar Trophy weekend at Grobnik Circuit in Rijeka to a close. With summer temperatures continuing to rise, the teams faced one final challenge: 20 minutes plus one lap. After two exciting sprint races on Saturday, the main race delivered plenty of action once again – and also provided a moment that reminded everyone of the importance of safety in motorsport.

The morning warm-up took place under perfect conditions. Not all teams took to the track for final adjustments, but the temperatures already hinted at the demanding race that lay ahead for drivers, passengers and machinery alike. All teams eventually lined up on the grid. The only exception was Mike Roscher and Anna Burkard, who opted to start from pit lane following technical work on their BMW outfit. Ezra Brouwer and Palmira ter Steeg were back on track after successfully solving the engine issues that had troubled them earlier in the weekend. A trouble-free warm-up session gave the Dutch team confidence to take the start.

At the start, Benjamin Herpel and Luca Siemß briefly held the advantage. However, Enrico Wirth and Ronja Billich moved into the lead early on and immediately began to pull away from the field. Herpel/Siemß settled into second place, followed by Franz Kapeller and Markus Billich. While Wirth and Billich had already built a lead of more than four seconds by the end of the opening lap, the real battle developed behind them. Herpel/Siemß, Kapeller/Billich, Brouwer/ter Steeg, Schröder/Prudlik and Volland/Gubernath formed a highly competitive chasing group for much of the race.

At times, several outfits ran almost side by side down the start-finish straight, fighting for the ideal position into Turn One. The spectators were treated to exactly what sidecar racing is all about: hard but fair racing, spectacular overtaking attempts and constantly changing gaps. Meanwhile, Mike Roscher produced an impressive recovery drive from pit lane. Lap after lap, the experienced German worked his way through the field, steadily closing in on the front runners.

The first retirement of the race came when Maximilian Bell and Julia Preisinger were forced to pull out due to a broken clutch cable. Until then, they had been firmly involved in the intense battle within the chasing pack. At the front, however, the situation remained unchanged. Enrico Wirth and Ronja Billich continued to deliver lap after lap with remarkable consistency, repeatedly circulating in the 1:36 range. While their rivals were able to match the pace at times, nobody could significantly reduce the gap.

Behind them, Roscher and Burkard eventually fought their way up to second place. The battle for the remaining podium positions remained open well into the second half of the race. Herpel and Siemß occasionally managed to create a small cushion, but Kapeller and Billich refused to give up. Time and again they closed the gap and kept the pressure on, ensuring that the fight for the podium remained alive until the closing stages.

As the race progressed, lapped traffic began to play a role. However, these situations were handled professionally and fairly by all competitors. Everyone held their line and the faster teams found their way through – exactly as sidecar racing should be. The race appeared settled on the final lap when a dramatic moment occurred in Turn One. The outfit of Benjamin Herpel and Luca Siemß spun and overturned, coming to rest upside down.

Fortunately, both driver and passenger escaped with only minor injuries. With the majority of the field already through and the winners effectively decided, the race was not interrupted. Particularly noteworthy was the reaction of the competitors. Immediately after taking the chequered flag, race winners Enrico Wirth and Ronja Billich stopped at the accident scene. Together with other helpers, they first assisted Benjamin Herpel and then helped return the outfit to its wheels.

The incident once again highlighted the extraordinary spirit and camaraderie within the Sidecar Trophy paddock. At the same time, it also served as a reminder of the importance of having sufficiently trained personnel around the circuit. Modern monitoring systems and light panels can support race control in many ways, but they cannot replace people when immediate assistance is required following an accident.

Sidecar racing presents unique challenges when it comes to recovering riders, passengers and machines. Safely assisting a passenger trapped beneath an outfit requires experience and specific knowledge. Fortunately, the incident in Rijeka ended without serious consequences, but it once again underlined the importance of well-trained marshals and adequate staffing levels around the circuit.

From a sporting perspective, the accident had no effect on the final result. Enrico Wirth and Ronja Billich completed a perfect weekend by taking their third victory from three races. In the Trophy 600 classification, Franz Kapeller and Markus Billich finished second ahead of Markus Volland and Lena Gubernath in third place.

In the 1000cc category, Mike Roscher and Anna Burkard once again claimed victory. Peter Schröder and Michael Prudlik secured second place, while Roman Sedlacek and Katerina Rozenkova completed the podium in third.

The winners of the F2 Challenge were also honoured. This classification combines the results from all races over the weekend. Overall victory went to Jürgen Damaschke and Trophy newcomer Manuel Huppert. For Huppert, it was his first race weekend in the International Sidecar Trophy – and he immediately celebrated his first trophy.

The Rijeka event also marked the end of an era for the International Sidecar Trophy. As the IGFC will no longer host the Adria Race in Croatia next year, this was the final Trophy appearance at Grobnik Circuit as part of the event. The series would like to thank the IGFC for many years of excellent cooperation and warm hospitality in Croatia. There is little time to rest, however. In just a few weeks, the teams will head to one of the highlights of the season: the legendary Schleizer Dreieck.

Text: Doreen Müller-Uhlig
Foto: Nick Seifert / Sidecar News

Wirth/Billich dominieren den Samstag – Spannende Duelle im gesamten Feld

Mit dem zwölf Minuten plus einer Runde dauernden Supersprint startete die Internationale Sidecar Trophy am Samstag in Rijeka in den Renntag. Nicht am Start standen Ezra Brouwer und Palmira ter Steeg. Das niederländische Team wurde bereits das gesamte Wochenende von technischen Problemen geplagt und entschied sich aufgrund von Motor- und Ölproblemen vorsorglich gegen einen Start.

An der Spitze ließen Enrico Wirth und Ronja Billich von Beginn an keine Zweifel aufkommen. Bereits wenige Meter nach dem Start setzte sich das Duo ab und führte nach der ersten Runde bereits mit mehr als fünf Sekunden Vorsprung vor Mike Roscher und Anna Burkhard. Mit konstanten Rundenzeiten im Bereich von 1:35 Minuten waren Wirth/Billich das Maß der Dinge und kontrollierten das Rennen souverän bis ins Ziel.

Auch Roscher/Burkhard fuhren ein weitgehend einsames Rennen auf Rang zwei und konnten ihre Position sicher behaupten.

Spannend wurde es dagegen im Kampf um den dritten Platz. Benjamin Herpel und Luca Siemß hatten sich zunächst vor Franz Kapeller und Markus Billich behauptet. Immer wieder versuchte Kapeller insbesondere auf den Geraden und in den schnellen Passagen Druck aufzubauen, doch Herpel verteidigte seine Position geschickt und ließ keine Lücke offen. Mehrfach kam Kapeller in Schlagdistanz, ein erfolgreiches Überholmanöver gelang jedoch nicht.

Auch dahinter entwickelte sich ein enges Rennen. Peter Schröder und Michael Prudlik führten zunächst eine Verfolgergruppe vor Maximilian Bell und Julia Preisinger sowie Markus Volland und Lena Gubernath an. Im weiteren Rennverlauf lieferten sich die drei Teams einen sehenswerten Dreikampf. Besonders auf der Zielgeraden wurde immer wieder attackiert, doch Schröder konnte die Vorteile seines 1000er-Gespanns nutzen und die Angriffe erfolgreich abwehren.

Für weitere Spannung sorgten die Duelle zwischen Jürgen Damaschke und Trophy-Neueinsteiger Manuel Huppert sowie Andre und Petra Hummel. Über mehrere Runden hinweg trennten die Teams nur wenige Meter.

Mit zunehmender Renndauer begannen die ersten Überrundungen. Dennoch blieb das Feld eng beisammen und zahlreiche Positionskämpfe sorgten für beste Unterhaltung auf dem Grobnik Circuit.

Im Ziel überquerte das Team Herpel/Siemß zunächst als Dritter die Ziellinie. Durch eine nachträgliche Zeitkorrektur änderte sich jedoch die Reihenfolge, sodass Franz Kapeller und Markus Billich als Dritte gewertet wurden. Herpel/Siemß fielen auf Rang vier zurück.

In der Trophy-600-Wertung gingen die vollen Punkte damit an Enrico Wirth und Ronja Billich vor Franz Kapeller und Markus Billich sowie Benjamin Herpel und Luca Siemß.

Bei den 1000ern sicherten sich Mike Roscher und Anna Burkhard den Klassensieg vor Peter Schröder und Michael Prudlik. Platz drei ging an Roman Sedlacek und Katerina Rozenkova.

Einen gelungenen Einstand feierte Manuel Huppert. Gemeinsam mit Jürgen Damaschke erreichte er Rang sechs in der Trophy-600-Wertung und sammelte wichtige Erfahrungen. Gleichzeitig bedeutete dies den Sieg in der F2-Challenge-Wertung.

Auch die weiteren Teams konnten sich im Vergleich zu den Trainingssitzungen nochmals steigern. Besonders Bernd Schmidt und Cornelia Siemß zeigten sich nach dem Rennen zufrieden und konnten ihre Zeiten gegenüber dem Vortag nochmals deutlich verbessern.

Damit war die Bühne für das zweite Rennen des Tages bereitet.

Wirth/Billich bleiben das Maß der Dinge – Spannende Duelle trotz großer Hitze

Auch im zweiten Rennen des Tages zeigte sich die Internationale Sidecar Trophy in Rijeka von ihrer besten Seite. Bei hochsommerlichen Temperaturen standen diesmal 15 Minuten plus eine Runde auf dem Programm. Während Ezra Brouwer und Palmira ter Steeg nach den technischen Problemen aus dem ersten Rennen wieder an den Start gingen, verzichteten Andre und Petra Hummel auf eine Teilnahme.

An der Spitze bot sich den Zuschauern erneut das bekannte Bild. Enrico Wirth und Ronja Billich erwischten einen perfekten Start und setzten sich direkt an die Spitze des Feldes. Dahinter reihten sich Mike Roscher und Anna Burkhard sowie Benjamin Herpel und Luca Siemß ein.

Die drei Spitzenteams konnten sich bereits in den ersten Runden vom übrigen Feld absetzen. Während Wirth/Billich an der Spitze erneut einen kontrollierten Sieg vorbereiteten und Roscher/Burkhard ihren zweiten Platz festigten, machten Herpel/Siemß früh klar, dass sie diesmal den dritten Rang auch ins Ziel bringen wollten.

Dahinter entwickelte sich zunächst ein spannender Zweikampf zwischen Franz Kapeller/Markus Billich und Ezra Brouwer/Palmira ter Steeg. Mit zunehmender Renndauer gelang es Kapeller jedoch, sich abzusetzen und den vierten Platz zu sichern.

Hinter den Niederländern lieferten sich Peter Schröder/Michael Prudlik und Maximilian Bell/Julia Preisinger einen sehenswerten Schlagabtausch. Bell/Preisinger kamen Runde um Runde näher an Brouwer/ter Steeg heran und konnten schließlich sogar vorbeigehen. Das niederländische Team kämpfte jedoch weiterhin mit den Nachwirkungen seiner technischen Probleme vom Wochenende, wodurch Bell/Preisinger zwischenzeitlich wieder zurückfielen und der Kampf um die Position neu begann.

Auch im hinteren Feld wurde bis zum Schluss um jede Platzierung gekämpft. Besonders Jürgen Damaschke/Manuel Huppert sowie Thilo Wotzka/Carmen Laudy lieferten sich über mehrere Runden hinweg spannende Positionswechsel und sorgten für beste Unterhaltung.

Für einen Schreckmoment sorgten zwei Runden vor Rennende Mike Roscher und Anna Burkhard. Das BMW-Gespann wurde plötzlich langsamer und verlor deutlich an Tempo. Wie sich später herausstellte, hatte sich das Vorderrad gelockert. Dank seiner großen Erfahrung reagierte Mike Roscher sofort, reduzierte das Tempo und brachte das Gespann sicher ins Ziel, wodurch Platz zwei gesichert werden konnte.

An der Spitze ließ das Duo Wirth/Billich dagegen nichts anbrennen und feierte den zweiten Sieg des Tages. Benjamin Herpel und Luca Siemß sicherten sich diesmal Rang zwei der 600er-Wertung direkt auf der Strecke vor Franz Kapeller und Markus Billich.

In der F2-Challenge gingen die vollen Punkte an Thilo Wotzka und Carmen Laudy.

Bei den 1000ern wiederholte sich das Ergebnis des ersten Rennens. Mike Roscher und Anna Burkhard gewannen die Klasse vor Peter Schröder und Michael Prudlik. Rang drei ging erneut an Roman Sedlacek und Katerina Rozenkova.

Mit zwei spannenden Sprintrennen endete damit der Samstag in Rijeka. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf das Hauptrennen am Sonntag. Über 20 Minuten Renndistanz werden Fahrer, Beifahrer und Material bei den erwarteten hochsommerlichen Temperaturen nochmals vor ganz besondere Herausforderungen stellen. Reifenverschleiß, Kondition und die richtige Renneinteilung könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Saturday Race Report – International Sidecar Trophy Rijeka

Wirth/Billich dominate the Supersprint – Exciting battles throughout the field

The International Sidecar Trophy kicked off Saturday’s race action in Rijeka with a 12-minute-plus-one-lap Supersprint. Ezra Brouwer and Palmira ter Steeg did not take the start after being plagued by technical issues throughout the weekend. Due to engine and oil-related problems, the Dutch team decided not to risk participating in the opening race.

At the front, Enrico Wirth and Ronja Billich left no doubt about their intentions. Within the first few corners they had already pulled away from the field and completed the opening lap with a lead of more than five seconds over Mike Roscher and Anna Burkhard. Consistently lapping in the 1:35 range, Wirth and Billich controlled the race from start to finish. Roscher and Burkhard also enjoyed a relatively lonely race in second position, safely maintaining their place throughout the event.

The battle for third place proved far more exciting. Benjamin Herpel and Luca Siemß initially held off Franz Kapeller and Markus Billich. Time and again Kapeller tried to apply pressure, especially on the straights and through the fast sections, but Herpel defended superbly and refused to leave any opening. Although Kapeller repeatedly closed the gap, he could not find a way past.

Further behind, Peter Schröder and Michael Prudlik led a chasing group ahead of Maximilian Bell and Julia Preisinger as well as Markus Volland and Lena Gubernath. The trio provided some of the most entertaining action of the race. Several overtaking attempts were made on the main straight, but Schröder was able to use the power advantage of his 1000cc outfit to hold his position. There were also close battles involving Jürgen Damaschke and Trophy newcomer Manuel Huppert, as well as Andre and Petra Hummel. For several laps, only a few metres separated the teams. As the race progressed, the leaders began encountering lapped traffic. Despite this, the field remained closely packed in several groups, providing spectators with plenty of exciting action around the Grobnik Circuit. Herpel and Siemß initially crossed the finish line in third place. However, a post-race time adjustment changed the final classification, promoting Franz Kapeller and Markus Billich to third while Herpel and Siemß were classified fourth.

In the Trophy 600 class, Enrico Wirth and Ronja Billich took maximum points ahead of Franz Kapeller and Markus Billich, with Benjamin Herpel and Luca Siemß completing the podium. In the 1000cc category, Mike Roscher and Anna Burkhard secured victory ahead of Peter Schröder and Michael Prudlik. Third place went to Roman Sedlacek and Katerina Rozenkova. A successful debut was enjoyed by Manuel Huppert. Together with Jürgen Damaschke, he finished sixth in the Trophy 600 classification while also securing maximum points in the F2 Challenge category. Several teams continued to improve throughout the weekend. Bernd Schmidt and Cornelia Siemß in particular were pleased with their progress, having significantly lowered their lap times compared to the previous day.


Wirth/Billich remain unbeatable – Heat and battles define Race 2

The second race of the day once again provided excellent sidecar racing in Rijeka. Under hot summer conditions, the teams faced a race distance of 15 minutes plus one lap. Ezra Brouwer and Palmira ter Steeg returned to the grid after missing the opening race due to technical issues, while Andre and Petra Hummel elected not to start.

At the front, the familiar picture quickly emerged. Enrico Wirth and Ronja Billich made another perfect start and immediately moved into the lead, followed by Mike Roscher and Anna Burkhard. Benjamin Herpel and Luca Siemß settled comfortably into third place. The leading trio soon pulled clear of the rest of the field. Wirth and Billich controlled proceedings at the front, while Roscher and Burkhard secured a comfortable second position. Herpel and Siemß also established themselves in third and focused on maintaining their advantage.

Behind them, an entertaining battle developed between Franz Kapeller and Markus Billich and the returning Dutch pairing of Ezra Brouwer and Palmira ter Steeg. As the race progressed, Kapeller and Billich gradually pulled away to secure fourth position. Further back, Peter Schröder and Michael Prudlik found themselves locked in battle with Maximilian Bell and Julia Preisinger. Lap after lap, Bell and Preisinger closed the gap to Brouwer and ter Steeg and eventually managed to move ahead. However, the Dutch team was still struggling with the technical issues that had affected them throughout the weekend, leading to further position changes as the race unfolded.

The battles continued throughout the field. Jürgen Damaschke and Manuel Huppert enjoyed several close exchanges with Thilo Wotzka and Carmen Laudy, providing plenty of entertainment for the spectators. Two laps from the finish, Mike Roscher and Anna Burkhard suffered a scare when their outfit suddenly lost pace. It later emerged that a loose front wheel had caused the issue. Thanks to Roscher’s experience, he immediately backed off and safely brought the outfit to the finish, preserving second place.

At the front, however, Wirth and Billich remained untouchable and secured their second victory of the day. Benjamin Herpel and Luca Siemß finished second in the Trophy 600 category ahead of Franz Kapeller and Markus Billich. In the F2 Challenge, maximum points went to Thilo Wotzka and Carmen Laudy. The 1000cc category produced the same podium as Race 1. Mike Roscher and Anna Burkhard claimed victory ahead of Peter Schröder and Michael Prudlik, while Roman Sedlacek and Katerina Rozenkova completed the podium in third.

With two exciting sprint races completed, Saturday’s action in Rijeka came to an end. Attention now turns to Sunday’s feature race. Over a 20-minute distance and in expected high temperatures, both riders and machines will face their toughest challenge of the weekend. Tyre management, fitness and race strategy could all prove decisive.

Text + Foto: Doreen Müller-Uhlig

Spannung, Comebacks und Wetter-Poker – Auftakt nach Maß in Brünn

Nach einem erfolgreichen Qualifying-Tag stand am Sonntag der erste Renntag der International Sidecar Trophy auf dem Automotodrom Brno an – jedoch unter deutlich veränderten Bedingungen. Während am Samstag noch strahlender Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen herrschten, präsentierte sich der Sonntag deutlich kühler und wechselhaft.

Bereits am Morgen zeigte sich der Himmel stark bewölkt, immer wieder zogen dichte Wolken über die Strecke. Zwar blieb es zum Start des ersten Rennens noch trocken, doch die Bedingungen waren spürbar kühler und stellten die Teams vor neue Herausforderungen.

Spektakulärer Kampf bis zum Schluss

Das erste Rennen über eine Distanz von zehn Minuten plus eine Runde entwickelte sich schnell zu einem packenden Duell an der Spitze. Besonders in den letzten Runden spitzte sich der Kampf um den Sieg weiter zu. Nach einem intensiven Schlagabtausch konnten sich Enrico Wirth und Ronja Billich (Zweirad Wirth) schließlich durchsetzen. In einem spannenden Finish entschieden sie das Rennen mit nur 1,37 Sekunden Vorsprung für sich und sicherten sich damit nicht nur den Gesamtsieg, sondern auch den Sieg in der Trophy 600.

„Das Rennen war spektakulär. Der Sieg hat sich in den letzten drei Runden entschieden. Ich dachte, wir kommen schneller in Schlagdistanz, aber das war zunächst nicht der Fall“, erklärte Enrico Wirth. „Saarma und Telve konnten eine kleine Lücke herausfahren. Dann habe ich gemerkt, dass ihre Fahrweise in den Kurven unruhiger wurde – und wir waren innerhalb einer Runde wieder dran.“

Besonders auf den Geraden zeigte sich der Leistungsunterschied zwischen den Klassen: „Auf den Geraden ist es schwer gegen die 1000er, da sind sie weg. Man kann sich nur in den Kurven reinpressen.“ Den entscheidenden Angriff setzte Wirth schließlich im Omega.

Mike Roscher und Anna Burkard mischten im Kampf um die Spitze kräftig mit und konnten zwischenzeitlich auf den Geraden vorbeigehen, wurden jedoch in den folgenden Kurven wieder gekontert. Hinter dem Siegerduo sicherten sich die Beiden Rang zwei im Gesamtklassement und damit den Sieg in der Trophy 1000. Komplettiert wurde das Podium bei den 1000ern durch Saarmaa/Telve (Suzuki Team Estonie), gefolgt von Schröder Racing.

„Bereits im Qualifying waren wir mit alten Reifen unterwegs und mit Startplatz drei sehr zufrieden. Nach einem schwierigen Start im ersten Rennen konnten wir uns schnell zurückkämpfen und uns am Ende Platz zwei im Gesamtklassement sowie den Sieg in unserer Klasse sichern“, zeigte sich Anna Burkard nach dem Rennen zufrieden mit dem Ergebnis.

Auch im Mittelfeld gab es zahlreiche spannende Positionskämpfe. Das Team SSR Sidecar Synergy Racing mit Benny Herpel und Luca Siemß überzeugten mit einer starken Leistung und belegten Rang fünf gesamt sowie Platz zwei in der 600er-Wertung. Dahinter folgten Markus Volland und Lena Gubernath sowie Franz Kapeller und Markus Billich (Kap X Racing).

Unsere Trophy-Newcomer Schmidt/Siemß und Arnschek/Lang konnten sich im Vergleich zu den Qualifyings ebenfalls nochmals ordentlich steigern und wichtige Rennkilometer sammeln – ein gelungener Auftakt in die Saison.

Wetter wird zum entscheidenden Faktor

Mit Blick auf das zweite Rennen wurde das Wetter zunehmend zum bestimmenden Thema. Regen setzte ein, die Temperaturen sanken deutlich (nur noch rund 12 Grad), und alle Rennen wurden im Vorfeld als „Wet Race“ deklariert. Zwar hörte der Regen kurz vor dem Start auf, doch die Strecke blieb nass. In Abstimmung mit der Rennleitung erhielten die Teams zwei Sighting Laps, um sich an die Bedingungen anzupassen.

Bereits vor dem Start reduzierte sich das Feld: Neben ADR-Brouwer Racing fehlten weitere Teams. Zudem mussten Preuss/Dirnthaler ihr Gespann nach der Einführungsrunde abstellen – ein Defekt an der Kraftstoffleitung bedeutete das vorzeitige Aus.

Zweites Rennen: Wendepunkt durch Defekt

Beim Start übernahmen erneut Jaanus Saarmaa und Sander Telve die Führung, dicht gefolgt von Roscher/Burkard. Wirth/Billich reihten sich zunächst etwas weiter hinten ein. Während sich das Feld sortierte, kam es in der dritten Runde zur entscheidenden Szene: Die führenden Esten fielen mit einem technischen Defekt aus und mussten das Rennen vorzeitig beenden.

Roscher/Burkard nutzen ihre Chance

Roscher/Burkard übernahmen daraufhin die Führung und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Mit konstant schnellen Runden kontrollierten sie das Rennen souverän bis ins Ziel. Damit sicherten sie sich den Gesamtsieg sowie den Sieg in der Trophy 1000.

Platz zwei in der 1000er-Klasse ging an Peter Schröder und Carolin Zimmermann. Rang drei sicherten sich Roman Sedlacek und Katherina Rozenekova, die sich auf ihrer Heimstrecke über einen Podestplatz freuen konnten – eine starke Leistung des tschechischen Duos.

Wirth/Billich mit starker Aufholjagd

Nach einem vorsichtigen Beginn fanden Wirth/Billich immer besser in das Rennen. „Probleme gab es keine – wir sind in dieser Konstellation das erste Mal im Regen gefahren und wollten zunächst ein Gefühl dafür entwickeln und Vertrauen aufbauen“, erklärte Enrico Wirth. „Als das Vertrauen da war, konnten wir wieder angreifen.“ Mit zunehmender Sicherheit arbeiteten sie sich nach vorn und beendeten das Rennen auf Platz zwei sowie erneut als Sieger der 600er-Klasse.

Dahinter komplettierten das Duo vom SSR Sidecar Synergy Racing sowie Franz Kapeller und Markus Billich das Podium in der Trophy 600. Die Trophy F2 Challenge entschieden zum Saisonauftakt die amtierenden F2-Meister Jürgen Damaschke und Luca Grunow mit voller Punkteausbeute für sich.

Ein Auftakt nach Maß

Nach zwei völlig unterschiedlichen Rennen – zunächst trocken, dann unter schwierigen Bedingungen auf nass-kaltem Asphalt – zeigte sich bereits zum Saisonauftakt die hohe Leistungsdichte im Feld.

Weiter geht es bereits in wenigen Wochen: Vom 30. Mai bis 1. Juni gastiert die International Sidecar Trophy in Rijeka (Kroatien). Nur rund sechs Wochen nach dem Saisonstart wartet damit einer der absoluten Lieblingskurse vieler Teams – direkt an der Adriaküste gelegen, mit viel Fahrzeit und besonderem Flair. Zuvor wird bereits die Seitenwagen-Weltmeisterschaft auf dem Kurs unterwegs sein und ihre Spuren hinterlassen, ehe die Trophy-Teams nachlegen.

Wer die Rennen in Brünn verfolgt hat, sollte sich das nächste Event nicht entgehen lassen!

Neu dabei: Seit Brünn gibt es den offiziellen WhatsApp-Kanal der Sidecar Trophy. Dort werden Livetiming, Ergebnisse und aktuelle Infos direkt vom Rennwochenende geteilt – schnell, kompakt und nah dran am Geschehen.

After a successful qualifying day, Sunday marked the first race day of the International Sidecar Trophy at the Automotodrom Brno – but under significantly changed conditions. While Saturday had still offered bright sunshine and spring-like temperatures, Sunday turned out to be much cooler and more unpredictable. Already in the morning, the sky was heavily overcast, with dense clouds repeatedly moving across the circuit. Although it remained dry for the start of Race 1, the cooler conditions presented new challenges for the teams.

Spectacular battle to the finish


The first race, scheduled for ten minutes plus one lap, quickly developed into an intense fight at the front. Especially in the final laps, the battle for victory became increasingly dramatic.
After a hard-fought contest, Enrico Wirth and Ronja Billich (Zweirad Wirth) ultimately came out on top. In a thrilling finish, they secured victory by just 1.37 seconds, claiming not only the overall win but also the win in the Trophy 600 class.


“It was a spectacular race. The victory was decided in the last three laps. I thought we would be in striking distance earlier, but that wasn’t the case at first,” explained Enrico Wirth. “Saarmaa and Telve managed to pull a small gap. Then I noticed they became a bit unsettled in the corners, and we were back on them within a lap.” The difference between the classes was especially noticeable on the straights: “On the straights it’s difficult against the 1000cc machines – they just pull away. You can only make the move in the corners.” Wirth made his decisive move in the Omega corner.

Mike Roscher and Anna Burkard were also heavily involved in the fight for the lead, at times overtaking on the straights, only to be passed again in the following corners. Behind the winners, they secured second place overall and with it the victory in the Trophy 1000 class. The 1000cc podium was completed by Saarmaa/Telve (Suzuki Team Estonie), followed by Schröder Racing. “We were already on used tyres in qualifying and were very happy with third on the grid. After a difficult start to Race 1, we were able to fight our way back and eventually secure second place overall and the win in our class,” said Anna Burkard after the race.


There were also numerous exciting battles in the midfield. SSR Sidecar Synergy Racing with Benny Herpel and Luca Siemß delivered a strong performance, finishing fifth overall and second in the 600 class. They were followed by Markus Volland and Lena Gubernath, as well as Franz Kapeller and Markus Billich (Kap X Racing). The Trophy newcomers Schmidt/Siemß and Arnschek/Lang also improved significantly compared to qualifying, gaining valuable race experience – a successful start to their season.


Weather becomes the decisive factor


Looking ahead to Race 2, the weather increasingly became the key factor. Rain set in, temperatures dropped significantly (down to around 12°C), and all races were declared as “wet races” in advance. Although the rain stopped shortly before the start, the track remained wet. In coordination with race control, the teams were given two sighting laps to adapt to the conditions. Even before the start, the grid was reduced: in addition to ADR-Brouwer Racing, other teams were missing. Preuss/Dirnthaler also had to retire after the sighting lap due to a fuel line issue.


Race 2: Turning point through technical failure


At the start, Jaanus Saarmaa and Sander Telve once again took the lead, followed closely by Roscher/Burkard. Wirth/Billich initially dropped back slightly. As the field settled, the decisive moment came in lap three: the leading Estonian team retired with a technical failure and were forced to end their race prematurely.


Roscher/Burkard seize their chance


Roscher/Burkard took over the lead and steadily extended their advantage. With consistently fast lap times, they controlled the race confidently to the finish, securing the overall victory as well as the win in the Trophy 1000 class. Second place in the 1000 class went to Peter Schröder and Carolin Zimmermann. Third place was taken by Roman Sedlacek and Katherina Rozenekova, who were delighted with a podium finish on their home circuit – a strong performance from the Czech duo.


Wirth/Billich with a strong comeback drive


After a cautious start, Wirth/Billich found their rhythm more and more as the race progressed.
“There were no problems – it was our first time riding together in these conditions in the wet, so we wanted to get a feel for it and build confidence first,” explained Enrico Wirth. “Once the confidence was there, we could push again.” With growing confidence, they worked their way forward and eventually finished second overall, once again securing victory in the 600 class.
Behind them, SSR Sidecar Synergy Racing together with Franz Kapeller and Markus Billich completed the podium in the Trophy 600 category. The Trophy F2 Challenge season opener was won by reigning F2 champions Jürgen Damaschke and Luca Grunow, who scored maximum points.


A perfect start to the season


After two completely different races – one in dry conditions, the other on a cold and wet track – the high level of competition within the field was already evident at the season opener.


The next round is just a few weeks away: from May 30 to June 1, the International Sidecar Trophy heads to Rijeka (Croatia). Around six weeks after the season start, one of the teams’ favourite circuits awaits – located directly on the Adriatic coast, offering plenty of track time and a unique atmosphere. The Sidecar World Championship will race there beforehand, leaving their mark before the Trophy teams take over. Anyone who followed the races in Brno should not miss the next event!


New this season: Since Brno, the official Sidecar Trophy WhatsApp channel has been launched. Live timing, results and updates from the race weekend are shared there – fast, compact and close to the action.


Text: Doreen Müller-Uhlig
Fotos Siegerehrung: Theres Zaugg