Am Sonntagmorgen ging es beim Saisonfinale der Int. Sidecar Trophy in Oschersleben direkt um wichtige Punkte. Im zweiten Rennen des Wochenendes, dem sogenannten „Double Special“ über neun Runden, wurden doppelte Punkte vergeben. Vor allem in der Klasse 600 war damit noch einmal richtig Spannung angesagt: Vor dem Rennen waren noch 75 Punkte zu vergeben, sodass die Meisterschaft noch nicht entschieden war.
Max Zimmermann/Manuel Hirschi erwischten erneut einen starken Start und übernahmen sofort die Führung. Dahinter reihten sich Todd Ellis/Emmanuelle Clément und Enrico Wirth/Ondra Sedlacek ein. Bereits in den ersten Runden entwickelte sich an der Spitze ein spannender Kampf, wobei Ellis den Abstand zu Zimmermann zunächst verkürzen konnte. Wirth blieb auf Rang drei und konnte sich etwas vom weiteren Feld absetzen.
Hinter der Spitze wurde ebenfalls hart gekämpft. Jens und Jonas Kindermann hatten einen starken Start und saßen auf den ersten Metern noch dicht hinter Wirth/Sedlacek. Sie behaupteten sich zunächst auf Rang vier, dahinter folgten Kranenburg/Charteau, Herpel/Siemß und Roscher/Burkard. Besonders zwischen diesen Gespannen wechselten die Abstände immer wieder. Herpel/Siemß konnten sich zwischenzeitlich an Kranenburg/Charteau vorbeischieben und Roscher/Burkard blieb dicht dahinter.
Für drei Gespanne begann das Rennen zunächst aus der Boxengasse. Markus Volland/Lena Gubernath mussten nach technischen Problemen vor dem Start auf einen Start aus der Boxengasse ausweichen. Im Rennen selbst lief es für das Duo dann problemlos: Mit einer starken Aufholjagd arbeiteten sich Volland/Gubernath Stück für Stück durch das Feld und kamen am Ende noch auf Rang elf ins Ziel.
Auch Kai Fischer/Jannis Stahl starteten aus der Boxengasse. Nach ihrem technischen Totalausfall im ersten Rennen am Samstag entschied sich das Team, für das Double Special mit dem zweiten Motorrad an den Start zu gehen. Von ganz hinten arbeitete sich das Duo Runde für Runde nach vorne und sicherte sich am Ende Platz 14. Für Fischer/Stahl war es damit ein starker Einstand in der Trophy: das erste Rennen mit dem langen 600er und direkt eine bemerkenswerte Aufholjagd nach dem schwierigen Auftakt.
Auch Robert Kochlöfl/Thomas Maixner mussten das Double Special aus der Boxengasse aufnehmen. Das Duo blieb jedoch über die gesamte Renndistanz im Rennen und brachte die neun Runden erfolgreich zu Ende. Am Ende stand Platz 18 zu Buche.
Im Mittelfeld entwickelte sich unterdessen ein schönes Duell zwischen Wotzka/Laudy, Hummel/ter Steege und Damaschke/Grunow. Morrisson Class/Charlotte Zimmermann konnten sich ebenfalls weiter nach vorne arbeiten und beendeten das Rennen auf einem starken achten Platz.
An der Spitze blieb Zimmermann/Hirschi weiterhin souverän. Ellis/Clément hielten Rang zwei, während Wirth/Sedlacek auf Platz drei folgten. Dahinter konnten Roscher/Burkard und Herpel/Siemß ihre Positionen behaupten.
Für einige Teams wurde das Double Special erneut von technischen Problemen überschattet. Wiggert Kranenburg/Loris Charteau mussten ihr Rennen mit einem Kupplungsdefekt vorzeitig beenden. Das Team will jedoch beim abschließenden dritten Rennen wieder am Start stehen. Auch Franz Kapeller/Markus Billich hatten erneut technisches Pech und mussten das Rennen vorzeitig aufgeben.
Richard und Rudolf Hofmann, die an diesem Wochenende kurzfristig von einem ursprünglich geplanten Training in den Rennbetrieb der Trophy gewechselt waren, mussten ihr Rennen ebenfalls vorzeitig beenden. Für das noch unerfahrene Duo war das Wochenende trotzdem ein wichtiger Schritt. Trotz des Ausfalls konnten Hofmann/Hofmann weitere Rennkilometer sammeln und sich von Session zu Session weiterentwickeln.
An der Spitze ließ Max Zimmermann/Manuel Hirschi nichts mehr anbrennen. Das Duo gewann das zweite Rennen des Wochenendes nach neun Runden mit deutlichem Vorsprung. Dahinter belegten Todd Ellis/Emmanuelle Clément Platz zwei, Enrico Wirth/Ondra Sedlacek wurden Dritte. Mike Roscher/Thomas Hofer sicherten sich Platz vier und damit zugleich den Sieg in der Klasse 1000.
Für Enrico Wirth und Ondra Sedlacek bedeutete ihr Ergebnis den entscheidenden Schritt in der Klasse 600: Mit dem zweiten Platz in der 600er-Wertung des Rennens machten sie die Meisterschaft bereits vor dem abschließenden Rennen endgültig klar. Damit steht fest: Wirth/Sedlacek sind die Meister der Int. Sidecar Trophy 600 des Jahres 2026.
Zimmermann/Hirschi setzten mit ihrem zweiten Sieg an diesem Wochenende erneut ein starkes Zeichen, während das Feld dahinter bis zum Schluss um Positionen kämpfte. Insgesamt wurden 22 Gespanne klassifiziert, während sieben Teams das Rennen nicht gewertet beenden konnten.
Das Double Special machte seinem Namen alle Ehre: doppelte Punkte, wichtige Meisterschaftsentscheidungen, spannende Positionskämpfe und einige technische Rückschläge. Und trotzdem ist die Saison noch nicht ganz vorbei – das dritte und letzte Rennen in Oschersleben wartet noch auf die Teams der Int. Sidecar Trophy.
Text und Foto: Doreen Müller-Uhlig
