Saisonfinale gestartet: Enge Abstände und packende Zweikämpfe in Oschersleben


Der Samstag beim Sidecar Festival in Oschersleben stand für die Int. Sidecar Trophy ganz im Zeichen des Saisonfinales. Bei trockenen, aber bereits deutlich kühleren Bedingungen ging es zunächst in die beiden Qualifying-Sessions, bevor am Nachmittag das erste Rennen der Saisonentscheidung auf dem Programm stand.

Bereits im ersten Qualifying setzte Max Zimmermann gemeinsam mit Manuel Hirschi ein erstes Ausrufezeichen. Mit einer Zeit von 1:37.123 sicherte sich das Duo die Bestzeit. Dahinter folgten Enrico Wirth/Ondra Sedlacek mit 1:37.993 sowie Benjamin Herpel/Luca Siemß mit 1:40.423. Auch Mike Roscher/Thomas Hofer, Jens und Jonas Kindermann sowie Todd Ellis/Emmanuelle Clément lagen gut in Schlagdistanz.

Im zweiten Qualifying wurde es an der Spitze noch einmal schneller. Zimmermann/Hirschi bestätigten ihre starke Form und fuhren mit 1:37.173 erneut die Bestzeit. Wirth/Sedlacek folgten mit nur 0,497 Sekunden Rückstand auf Rang zwei. Todd Ellis/Emmanuelle Clément verbesserten sich auf Platz drei mit 1:39.693, dahinter reihten sich Herpel/Siemß, Kindermann/Kindermann und Kranenburg/Charteau ein. Roscher/Hofer folgten auf Rang sieben, Kapeller/Billich auf acht. Bell/Preisinger, Fischer/Stahl und Volland/Gubernath komplettierten die Top Ten.

Damit waren die Voraussetzungen für das anschließende Sprintrennen geschaffen – und schon der Start versprach Spannung. Zimmermann/Hirschi erwischten den besten Start und übernahmen die Führung. Dahinter sortierten sich Ellis/Clément und Wirth/Sedlacek ein. In den ersten Runden blieb die Spitze eng zusammen, wobei Zimmermann/Hirschi ihren Vorsprung nach und nach etwas ausbauen konnten. Ellis/Clément und Wirth/Sedlacek blieben jedoch in Schlagdistanz.

Auch hinter der Spitzengruppe wurde hart um jede Position gekämpft. Herpel/Siemß behaupteten sich zunächst auf dem vierten Platz, während dahinter Roscher/Hofer, Kranenburg/Charteau und Kindermann/Kindermann in einem engen Dreikampf unterwegs waren. Roscher/Hofer konnten sich im weiteren Verlauf nach vorne arbeiten und mischten damit weiterhin im Kampf um die vorderen Positionen mit.

Dahinter folgten Bell/Preisinger sowie Volland/Gubernath und Schröder/Zimmermann. Auch im Mittelfeld gab es zahlreiche Positionskämpfe. Morrisson Class/Charlotte Zimmermann machten im Verlauf des Rennens mehrere Plätze gut und setzten sich zunächst gegen Kochlöfl/Maixner durch. Anschließend schlossen sie zu Franz Kapeller/Markus Billich auf und zogen ebenfalls vorbei.

Für Kapeller/Billich verlief das Rennen dagegen nicht wie erhofft. Probleme mit der Zündspule kosteten das Duo ein mögliches gutes Ergebnis. Auch im hinteren Feld wurde weiter um Positionen gekämpft. Sedlacek/Rozenekova und Fischer/Stahl lagen über weite Strecken eng beieinander.

Mit zunehmender Renndauer wurde auch der Überrundungsverkehr zu einem wichtigen Faktor. Die Führenden mussten sich ihren Weg durch das auseinandergezogene Feld bahnen. An der Spitze blieb Zimmermann/Hirschi souverän vorne, während Ellis/Clément und Wirth/Sedlacek weiterhin um die Plätze dahinter kämpften.

In der Schlussphase sorgten dann technische Probleme noch einmal für Veränderungen im Feld. Petr Svejda/Michael Prudlik mussten ihr Gespann nach einem Kettenriss vorzeitig abstellen. Auch Robert Kochlöfl/Thomas Maixner schieden gegen Ende des Rennens mit technischen Problemen aus. Kai Fischer/Jannis Stahl mussten ihr Rennen ebenfalls in der letzten Runde vorzeitig beenden.

An der Spitze setzte sich schließlich Max Zimmermann mit Manuel Hirschi durch. Das Duo gewann das Sprintrennen nach fünf Runden mit 4,456 Sekunden Vorsprung auf Todd Ellis/Emmanuelle Clément. Enrico Wirth/Ondra Sedlacek folgten weitere 0,410 Sekunden dahinter auf Platz drei. Benjamin Herpel/Luca Siemß belegten Rang vier, vor Kranenburg/Charteau und Kindermann/Kindermann. Roscher/Hofer wurden Siebte und holten sich den Sieg in der Trophy 1000, Bell/Preisinger Achte und Volland/Gubernath Neunte. Schröder/Zimmermann komplettierten die Top Ten.

Besonders erfreulich verlief das erste Rennen für zwei Gespanne, die neu beziehungsweise erstmals in dieser Saison in der Int. Sidecar Trophy dabei waren. Richard und Rudolf Hofmann feierten ihr erstes Rennen in der Trophy und brachten ihr Gespann nach fünf Runden auf Platz 20 ins Ziel. Für das Duo war es damit ein gelungener Einstand in der Serie.

Auch für Heiko Laesecke und Nicole Schordan war das Sprintrennen ein wichtiger Schritt. Nach ihrem ersten Rennwochenende in der Int. Sidecar Trophy brachte das Duo das Rennen sicher über die Bühne und belegte am Ende Platz 24. Gerade für ein neues Gespann ist es wichtig, zunächst Rennkilometer zu sammeln und Erfahrungen zu gewinnen – und genau das konnten Laesecke/Schordan in ihrem ersten Rennen bei der Trophy tun.

Insgesamt wurden 24 der 26 gestarteten Gespanne gewertet. Für Kochlöfl/Maixner und Svejda/Prudlik endete das Rennen dagegen vorzeitig.

Damit bot das erste Rennen des Saisonfinales genau das, was die Int. Sidecar Trophy auszeichnet: enge Positionskämpfe, zahlreiche Positionswechsel, technische Herausforderungen und auch für neue Teams die Möglichkeit, wichtige Rennkilometer und Erfahrungen zu sammeln. Der Samstag in Oschersleben lieferte damit einen spannenden Auftakt in das große Saisonfinale.

Text und Fotos: Doreen Müller-Uhlig